Logo BugSoft Modellbau
 
Startseite
 
Flugzeuge
 
Schiffe/Boote
 
Autos
 
Hubschrauber
 
Elektronik
 
Airbrush
 
Links
 
Kontakt/Impressum
 
| BugSoft Modellbau | Hubschrauber | Arrow Plus flybarless

Arrow Plus flybarless

Dieses Gerät soll eine Zwischenstufe zwischen Koax-Heli und "richtigem" Heli sein. Und in der Tat, das Ding fliegt stabil, trotz fehlender Paddelstange. Die Alternative wäre der Blade SR gewesen, jedoch mutet das Robbe-Produkt qualitätsmäßig etwas besser an. Die Teile des Rotorkopfs sind aus Alu, wie auch das Heckrohr und die Kufen. Günstiger ist er auch noch. Allerdings kommen hier Bürstenmotoren, sowohl für den Haupt- als auch für den Heckrotor zum Einsatz. Man unterliegt allerdings einem Trugschluss, wenn man meint, ein BL-Motor würde automatisch auch mit mehr Leistung einhergehen. Lediglich die Bürsten verschleißen mit der Zeit, so dass entweder die Bürsten, oder, wie in diesem Fall, der Motor getauscht werden muss. Ich denke allerdings nicht, dass der Motor jemals so alt wird, dass die Bürsten runter sind. Und selbst wenn, sind die hier verwendeten Motoren als Industrie-Standardmaschinchen sehr kostengünstig verfügbar.
So kommt der Arrow aus dem Karton gehüpft:



Wie man sieht, ist alles dabei. Das ist in dem Moment ärgerlich, in dem man, so wie ich, einen großen Computersender bereits sein Eigen nennt. Der Arrow wird nur komplett geliefert, mit Sender. Einen Hinweis, ob der Empfänger auch an bspw. eine bei Robbe ja hauseigene FASST-Anlage gebunden werden kann, konnte ich nicht finden. Ich gehe nicht davon aus. Empfänger umbauen geht auch nicht, da die komplette Elektronik, bis auf die Servos, ein Baustein ist. Darin enthalten sind der Empfänger, zwei Drehzahlsteller(für Haupt- und Heckrotorantrieb), sowie die drei(!) Piezokreiselsysteme. Die Kreiselsysteme sind für die Stabilisierung des Heckrotors und der Taumelscheibe zuständig. Letzteres ist nötig, da der Rotorkopf ja keine Stabilisierungsstange hat.
Außer dem Heli und dem Sender sind noch ein Ladegerät, ein Netzteil für das Selbige und der Akku enthalten. Nicht auf dem Bild, aber ebenfalls im Lieferumfang: Ein Satz Ersatzrotorblätter, etwas Einstellwerkzeug und die sehr ausführliche und anschauliche Bedienungsanleitung in mehreren Sprachen. In dieser steht auch geschrieben, dass die DSC-Buchse, über die so ein Sender an den Simulator angeschlossen werden könnte, ohne Funktion ist. Das habe ich natürlich überprüft, leider behält die Anleitung recht. Dieser Punkt ist mir unverständlich, da der Heli sich an Anfänger richtet und man doch gerne mit dem Sender simuliert, mit dem man später auch fliegen möchte. Positiv fällt am Sender auf, dass sich alle 4 Moden der Knüppelbelegung einstellen lassen. So komme ich ohne Löterei(wie z.B. beim Blade mSR) zu meinem zugegebenermaßen für Helipiloten ungewöhnlichen Mode 4.



Sehr gut gelöst ist die Befestigung des Akkus, ein genau passender Schacht mit einer vernünftigen Klappe hält den Kameraden so an seinem Platz, dass der Schwerpunkt stimmt. Das Kabel hängt an der Seite raus, was sehr komfortabel ist. Warum, werden wir gleich sehen.
Bevor es ans Fliegen geht, noch ein kurzer Striptease:



Das Chassis ist kompakt gebaut und besteht aus durchaus hochwertig anmutendem Kunststoff. Dadurch, dass viele Elektronikkomponenten auf einem Baustein vereint sind, sieht auch die Verdrahtung sehr ordentlich und übersichtlich aus. Der Rotorkopf ist, weil ihm ja bekanntlich die Paddelstange fehlt, sehr einfach aufgebaut. Man findet am ganzen Heli kaum filigrane Mechanik, die bei einem möglichen Absturz gefährdet wäre. So gefällt mir das! Jetzt aber die sehr leichte, da aus dünnem Lexan bestehende Haube wieder aufgesetzt und ab zum Erstflug. Dass die Haube einen Absturz unbeschadet überstehen würde, mag ich übrigens nur schwer glauben. Aber Panzerstahl würde das Gewicht des Fluggeräts doch zu sehr steigern.
Bis zum Erstflug hat es dann, dank einiger windiger Tage, doch noch etwas gedauert. Erst wird der Sender eingeschaltet, danach das Akkukabel zusammengesteckt. Wir erinnern uns: Das geht von der Seite! Das ist auch gut so, denn der Heli muss jetzt erschütterungsfrei und waagerecht stehen, damit sich die Stabilisierungssysteme initialisieren können. Nach sanftem Hochlauf des Rotors sollte man zügig abheben, da der Heli sonst im Bodeneffekt quasi von seinen eigenen Verwirbelungen sehr leicht umgekippt werden kann. Ein entsprechender Hinweis, dass das Kreiselsystem in sehr niedriger Höhe nicht richtig arbeiten kann, findet sich auch in der Anleitung. Wenn man das beachtet, sieht das so aus:



Der Heli schwebt überraschend ruhig, allerdings muss man doch noch die ein oder andere Tendenz zum Ausbrechen mit beherztem Gegensteuern unterbinden. Dabei musste ich ganz schön an den Knüppeln zerren! Ach ja, da war ja was: Am Sender lassen sich die Servoausschläge halbieren, damit der Heli für Anfänger nicht so nervös zu steuern ist. Das stellen wir natürlich sofort um.



Danach hatte man beim Schweben schon eher das Gefühl aus dem Simulator. leichte, aber ständige Korrekturen und das Ding steht vor einem wie eine Eins. Das Heck reagiert sehr gut auf die Ausschläge. Bei einem ersten Rundflugversuch stelle ich fest, dass die Ausschläge auf der Taumelscheibe auch ruhig noch etwas größer sein könnten. Wenn der Heli, gewollt oder auch ungewollt, sich auf eine seitliche Flugbahn begibt, muss man ziemlich knüppeln, um ihn ordnungsgemäß abzufangen. Das dauert dann auch etwas, bis der wieder auf der Stelle steht. Das wird natürlich einerseits mit meinen noch stark begrenzten Fähigkeiten zusammenhängen, dürfte aber durchaus noch etwas agiler funktionieren.
Was auch auffällt ist, dass wenn der Heli eine gaaaanz leichte Windböe abkriegt, er auf der Taumelscheibe etwas hin- und herzappelt. Ein Tipp eines Fliegerkollegen war, die Schrauben der Hauptrotorblätter etwas fester anzuziehen, und das hat auch ganz leichte Besserung gebracht. Die Ursache scheint damit aber nicht behoben zu sein, und die sehe ich auch woanders. Wenn die Regelkreise des Flybarless-Systems zu "scharf" abgestimmt sind, übersteuert das System leicht und muss sich erst einpendeln. Den Effekt kennen wir von anderen Helis auf dem Heckrotor auch, dieser wird ja auch durch ein Kreiselsystem geregelt. Für einen solchen Fall gibt es an der Elektronik die entsprechenden Trimmpotentiometer:



Über diese Potis lässt sich die Empfindlichkeit einstellen. hier sollte man äußerst vorsichtig zu Werke gehen, wenn das System zu unempfindlich eingestellt wird, geht der stabilisierende Effekt zu sehr flöten und der Heli wird sehr schwer kontrollierbar. In einem zweiten Schritt habe ich vor, die Servowege noch etwas zu erhöhen, damit ich auf der Taumelscheibe etwas dynamischer auftreten kann.

Fürs Erste kann ich sagen, das Ding fliegt und ich habe es noch nicht geerdet. Das ist Erfolg genug für einen Tag. Man sollte sich zum Fliegen aber schon die nahezu windstillen Tage aussuchen, man merkt doch jede Böe. Da fehlt ihm einfach das Gewicht. Da der Heli so stabil fliegt, und keine Paddelstange das Bild versaut, wünsche ich mir für die Zukunft eigentlich einen Scale-Rumpf dafür(z.B. eine MD500 oder einen JetRanger). Ein solcher ist jedoch (noch) nicht in Sicht...