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Mouton

Den Mouton habe ich von meinem Vater geschenkt bekommen. Es handelt sich um einen sportlichen, flotten Segler mit 1600mm Spannweite, Querrudern und V-Leitwerk. Das Gewicht dürfte sich flugfertig knapp unter 1kg einpendeln. Nachdem wir uns eigentlich 2 Stück bestellt hatten, wir aber den letzten bekommen haben(Auslaufmodell), hat mein Vater ihn halb fertig gebaut und ihn dann doch mir überlassen. Er traut ihn sich fliegerisch noch nicht zu(ist noch Anfänger) und hat sich erstmal einen EasyGlider Electric zugelegt.
Der sehr günstige Preis schlägt sich leider auch in der Qualität nieder. So passte die Fläche nicht zum Rumpf, und die Original-Bowdenzüge waren an Schwergängigkeit und Spiel fast nicht zu überbieten. Die Flächenaufnahme am Rumpf hat mein Vater mit der Feile bearbeitet, jetzt passt sie...
Die Fläche hat er bereits komplett fertig gestellt. Hier gab es, soweit ich weiß, keine Probleme. Die Anlenkungen der Querruder sind sehr schön kurz und daher spielfrei geworden. Einzig und allein die Servokabel hat er mir sehr kurz gelassen, aber dazu später mehr.
Im Rumpf hat er einige Stellen offenbar mit 5min-Epoxi nachgeharzt, an diesen Stellen halten die Original-Spanten jedenfalls.
Auch das V-Leitwerk hat er schon fertig montiert, netterweise abnehmbar.
An dieser Stelle habe ich angefangen zu bauen. Die Bauanleitung sieht vor, entweder beide Bowdenzüge über einen Alu-Adapter zu verbinden, und mit einem einzigen Servo nur die Höhenruderfunktion zu steuern, oder zwei Servos einzubauen. Na wenn ich schon zwei angelenkte Ruderflächen habe, dann doch auch 2 Servos bitteschön. Auf das Seitenruder möchte ich gerade bei Seglern nur ungern verzichten. Sauberes Kurven ist mir da wichtiger als ein paar Gramm mehr. Das Original Servobrett ist eine absolute Zumutung! Nur noch mal so: Der Mouton hat ein V-Leitwerk! Soll heißen, das Ding ist symmetrisch, beide Ruder sind exakt gleich. Da sollten doch auch beide Servos exakt gleich eingebaut werden. Nicht so beim Mouton. Ein Servo ist längs positioniert, das andere quer davor. Was zum Henker soll das denn? Die Servos würden ohne Probleme nebeneinander hineinpassen! Dieser optische und logische Widerspruch allein genügt aber noch nicht. Dann hätte man das so lassen können, hätte ja funktioniert. Das größte Problem bei der Sache ist das quer eingebaute Servo. So gut wie alle Servos in der Größe, so auch mein Hitec HS85BB, haben auf jeder Seite nur eine Schraube. Sie werden vibrationsgeschützt in Gummitüllen und Messinghülsen gelagert montiert. In dieser Konfiguration wackelt das Servo natürlich seitlich stark. Wird es nun quer eingebaut, wird es durch das nach hinten führende Gestänge seitlich belastet, was zu einem Wahnsinns-Spiel auf dem Ruder führt. Also nicht nur das eine Ruder sauschlecht wegen dem Spiel, sondern doch noch beide Ruder unterschiedlich! Na herzlichen Glückwunsch!
Das Servobrett und die schwergängigen Bowdenzüge flogen also als erstes raus. An der hinteren Klebestelle hatte man wohl den Kleber vergessen, dafür war die vordere unkaputtbar. Hier half nur der Dremel. So sieht die Stelle im Rumpf nach Bereinigung mit Dremel und Feile aus:



Dann habe ich die Laubsäge gezückt und mir ein neues Servobrett gefertigt. Das ging recht fix. Die Dekupiersäge habe ich diesmal außer Betrieb gelassen, denn ich habe festgestellt, dass ich von Hand doch genauer arbeiten kann. Mag daran liegen, dass die Dekupiersäge aus dem Baumarkt stammt...
Hier mal die Überreste des alten Servobretts neben dem Neuen:



Die Servos und das Servobrett durften schonmal Probe sitzen:



Wie bereits geschrieben, flogen die Bowdenzüge mit raus. Die Schwergängigkeit resultierte daraus, dass sie mit mehreren Biegungen verlegt waren. Auch waren die Durchführungen aus dem Rumpf nicht flach genug ausgefeilt, was zusätzliche Radien beschehrte. Eine Durchführung der neuen Züge durch die vorhandenen Bohrungen in den zahlreichen Spanten(eigentlich eine Gute Sache zur Befestigung der Züge) war wegen der engen Platzverhältnisse nicht möglich und hätte unweigerlich zu den selben Problemen geführt, da die Bohrungen ziemlich dämlich positioniert sind. Erst oben, dann unten, dann wieder oben... um dann im scharfen Knick nach oben aus dem Rumpf auszutreten.
Nach Ausfeilen der Durchbrüche mit einer Rundfeile habe ich die neuen Bowdenzüge einfach so durch den Rumpf gefädelt, am Durchbruch mit Epoxi festgeklebt und dann unmittelbar vor den Servos nochmal abgefangen. Diese Verbindungen müssen natürlich äußerst solide sein, sonst lösen sie sich und der Bowdenzug biegt sich mitsamt Außenrohr durch, anstelle das Ruder zu bedienen. Auf keinen Fall sollte man vergessen, Die Bowdenzugröhrchen an den Klebestellen gut anzurauen, sonst kann man sie nach Aushärtung des Klebers so wieder herausziehen. Den Abfang im Rumpf habe ich so gelöst:



Er erfolgt durch 2 Stücke massive Kiefernleiste 10x5mm, in die mittels Rundfeile Nuten für die Bowdenzüge gefeilt sind. Das ist stabil und ergibt eine schöne große Klebefläche für die Röhrchen. In der Mitte ist noch ein Aussparung für den Steckverbinder der Querruderservos. So klebt die Multiplex-Buchse fest an ihrem Platz und baumelt nicht zwischen meinen Gestängen herum. Auf diesem Bild kann man übrigens auch sehr schön den arg schiefen Rand des Rumpfausschnittes unter der Fläche erkennen. Die Zwischenräume habe ich noch mit Mumpe(Epoxidharz mit Baumwollflocken, ein erstklassiger Füllstoff, der knallhart wird) verfüllt. Auch Die Litzen der Servokabel vom Flächen-Steckverbinder haben was abbekommen, prima Zugentlastung!

Dann ging es an den Einbau der Komponenten. Der Empfänger nimmt, wie sich das gehört in reichlich Schaumstoff gepolstert, hinten Platz. Überhaupt scheint der Mouton mir als erster meiner Flieger die optimale Anordung der Komponenten zu erlauben, von vorne nach hinten: Motor, direkt dahinter mit arg kurzen Kabeln der Regler, wiederum an kurzer Leine gehalten der Akku, dann die Servos, und völlig unbehelligt von jeglichen Störquellen, der Empfänger. Das gefällt mir! Als Empfänger kommt übrigens ein Pico 5/6 von Multiplex zum Einsatz. Dieser bietet gute Empfangssicherheit bei kleiner Größe, hat kein popeliges Schrumpfschlauch- sondern ein richtiges Gehäuse und passt perfekt in den Rumpf des Mouton. Auch die Servos wanderten nun endgültig an ihre Position. Als Bowdenzugseele habe ich 1mm Stahldrähte verwendet. Auf Servoseite erhielten sie eine platzsparende Z-Kröpfung, an den Rudern kommen einstellbare Gabelköpfe zum Einsatz. So lassen sich die Ruder ohne Betätigung der Trimmung am Sender präzise einstellen. Die Gabelköpfe wurden auf Löthülsen aufgeschraubt, die nach Ablängen der Gestänge, auf die Selben aufgelötet wurden(Wie der Name schon vermuten lässt).
So sieht das dann aus:



Ebenfalls zu erkennen, der nun gerade gefeilte Rumpfausschnitt.
Dann durfte die Fläche mal Probe sitzen. wir erinnern uns, die Servokabel, die aus der Fläche kommen, sind sehr kurz. Zusammen mit meiner soeben in einem Anfall von Genialität fest eingeklebten Buchse, bringt mich dieser Umstand auf der Stelle zur Weißglut! Was für eine Fummelei, bis man den Stecker da eingefädelt hat. Dafür baumelt dann aber auch wirklich nichts rum, was ja auch wichtig ist, damit die Steuergestänge ungehindert ihre Wege fahren können.
mal als Beweis, dass es möglich ist, den Stecker doch noch einzufädeln:



Dann mal ein Bild vom aktuellen Gesamtzustand:



Wie man sieht, durfte der Akku schonmal probesitzen. Es handelt sich um einen 3S-2200mAh Lipo, der sehr schön auf die Original-Akkurutsche passt. In weiser Voraussicht habe ich diese jedenfalls noch nicht nachgeklebt, denn ich bezweifle, dass damit der Schwerpunkt zu ereichen ist. Ich freue mich schon aufs Akkubrett-Sägen!
Was fehlt noch? Richtig, ein Motor samt Regler. Wenn man genau hinguckt kann man auf dem Bild einen Bürstenregler erkennen. Der Mouton ist nämlich für 400er Motoren gedacht gewesen. Bischen schlapp wie ich finde. Außerdem wird der mit dem Akku nur noch Rauchzeichen von sich geben. Erste Überlegungen gingen nicht zuletzt aus finanziellen Gründen in Richtung 480er Motor(längerer 400er mit etwas mehr Drehmoment). Das habe ich eigentlich aber so gut wie schon wieder verworfen. Aktuelle BL-Motoren sind nicht mehr so teuer...
Leider ist der Rumpf ziemlich schmal, was die Auswahl sehr einschränkt. Einen Außenläufer zu finden, der passt, könnte schwierig werden. Außerdem habe ich den Eindruck, dass ich vorne Gewicht brauche, um den Schwerpunkt hinzubekommen. Und da fliege ich lieber Leistung spazieren, als Blei ;-). Es läuft also auf einen Innenläufer hinaus. Am liebsten wegen des Wirkungsgrades und der Kraftentfaltung mit Getriebe, aber dann wirds teuer. Ich werde mal etwas mit dem DriveCalc spielen.

Ja, nix Getriebe!
Hier mal mein Techtelmechtel mit dem Drivecalc:



Ich habe mich für einen "ökonomischen" Antrieb, in Hinsicht sowohl auf die Kosten, als auch auf den (Strom-)Verbrauch, entschieden. Dieser besteht aus einem Außenläufer Typhoon Micro 15/10, Regler Robby Roxxy 20A(hat nur 16,90€ gekostet! Wahnsinn wo das angekommen ist...), und Klappluftschraube bestehend aus Simprop Alu-Spinner mit Mittelteil und Graupner CamFoldingProp-Blättern 9x5".



Als Akku kommt ein 3S 2200mAh Lipo zum Einsatz.
Damit wird der Mouton wohl ganz knapp nicht endlos senkrecht steigen, aber es soll ja auch ein Entspannungsflieger werden...
Da mir der Rumpf vorne zu dünn laminiert war, um den Motor darin festzuschrauben, habe ich einen runden Motorspant aus Sperrholz ausgesägt. Die Zeichnung gibts zum Download, da sie auch in anderen Fliegern für diesen Motor zu gebrauchen ist. So spart man sich das Ausmessen. Hier der Download-Link: KLICK
So sieht der Spant aus:



Ich habe ihn dann unter Zuhilfenahme von Harz und Baumwollflocken in die Rumpfnase geklebt:



Anschließend mussten noch die Löcher von außen angesenkt werden, damit die Senkköpfe der verwendeten Schrauben verschwinden und der Spinner möglichst nahe am Rumpf montiert werden konnte. Mit komplett eingebautem Antrieb sieht "das Geschoss" nun so aus:



Der nächste Schritt ist, die Akkurutsche umzubauen. Damit der Schwerpunkt passt, muss der Akku bis ganz vor den Motor. Selbst dann weiß ich noch nicht, ob es "bleifrei" bleibt. Zunächst wurde also der vordere Spant und die Akkurutsche entfernt. Beim Abschleifen der Harzreste, die um den Spant herum stehen geblieben waren, erlebte ich eine Überraschung: selbst auf der niedrigsten Stufe des Dremels fing das Harz unter heftiger Qualmbildung an zu verkohlen. Ich möchte nicht wissen, welche Kiefer die dafür ausgepresst haben...
trotzdem habe ich die Aktion dann bei geöffnetem Fenster durchgezogen, bis keine Harzreste mehr da waren. Hier sieht man noch etwas von dem verkohlten Harz-Staub:



Der befreite Rumpf offenbart mehr als genug Platz für Akku und Regler:



wenn ich von Anfang an den leeren Rumpf gehabt hätte, wäre der Ausbau schneller gegangen, und ich hätte die Servos und den Empfänger weiter nach vorne gebaut. Platz dafür ist genug. Von den original eingebauten Teilen ist eh nur noch ein einziger Spant übrig geblieben. Anschließend habe ich ein wenig Hirnschmalz in eine zeichnung der beiden neuen Spanten und des Akkubretts investiert, und diese nach eben jener Zeichnung ausgesägt:



Beim Einbauen noch schnell den Regler wieder angesteckt und unter dem Akkubrett positioniert, sieht das Gebilde im eingebauten Zustand jetzt so aus:



Und mit Akku dann so:



Alles was jetzt noch fehlt, ist die Kabinenhaube und eine Befestigung für den Akku. Diese habe ich vor mit 2 Klettschlaufen zu realisieren. Die Kabinenhaube wird auch nicht so ganz trivial, mehr dazu, wenns geklappt hat ;-)
Evtl. fehlt auch noch ein bischen Blei, ich befürchte fast ja. Mit der Verschiebungsaktion des Akkus dürfte ich aber von diesem Material schon einiges eingespart haben.

Mit dem Einbau von 140g Blei und der Befestigung der Kabinenhaube mittels Kohlestab vorne und Magnet hinten ist der Mouton nun komplett. Er war auch schon einige Male in der Luft. Das Ding möchte gerne schnell geflogen werden. Anfangs hatte ich ein bischen Probleme mit der Stabilität, er hat geeiert. Die Schrauben der Ruderhörner festziehen und mit Sekundenkleber sichern hat geholfen! Außerdem konnte der Schwerpunkt noch 2mm weiter nach hinten. Der Motor zieht den Flieger in steilem Winkel gen Himmel. Leider wird er etwas warm, sodass der Rumpf noch Lufthutzen zur Kühlung erhalten wird. Dies ist mein erstes Flugzeug mit V-Leitwerk, und ich muss sagen, wo schnell brauche ich kein zweites, auch wenns gut aussieht und Gewicht spart. Seitenruderreaktion ist nämlich leider überhaupt nicht vorhanden. Bei einem Segler nicht unbedingt von Vorteil. Mittlerweile lässt sich der Mouton aber gerne von mir steuern und einige Loopings und Rollen waren auch schon drin. Eine wahre Freude ist es, mit voll Karacho über den Platz zu pfeifen und dann die GEschwindigkeit zum Teil wieder in Höhe umzusetzen. Hier noch ein Bild vom fertigen Flieger vor dem ersten Start: